Die Entstehung des SSV Schwäbisch Hall
aus der Festschrift zum 50jährigen Jubiläum im Jahr 2001
Die Spiel- und Sportvereinigung (SSV) Schwäbisch Hall
Nach dem ersten Kinderfest im Juni 1951 in der Heimbachsiedlung entschloß man sich, einen Fußballverein zu gründen. Das Stammkapital bestand aus zwei Fußbällen, die
Gründungsversammmlung fand am 20. September 1951 im Gasthaus „ Zum Engel“ statt. Der Verein hieß SSV Schwäbisch Hall – Heimbach (SSV Heimbach).
In der Heimbachsiedlung, wo fast 800 Menschen – meist Flüchtlinge – eine neue Heimat gefunden hatten, war es nicht verwunderlich, dass die jungen Menschen auch einen Sportverein haben wollten. Etwa 32 Interessenten waren zur Gründungsversammlung, die Harry Christmann-York einberufen hatte, gekommen. Von der Kreissportleitung waren Kreissportvorsitzender Gebhard Göser, Bezirksvorsitzender Krambs, Kreisjugendleiter Böckler, Fußballkreisjugendleiter Strempfer, Kreisgeschäftsführer Seyboth, der 1. Vorsitzende der TSG Schwäbisch Hall, Otto Feuchter, Staffelleiter Bauer und Kassier Hilsenbeck anwesend.
Siedlungsobmann Herbert Pitzer erläuterte Pläne und Ziele des geplanten Vereins, der nicht nur Fußball betreiben, sondern sich auch kulturell betätigen wollte. Eine Volkstanzgruppe, eine Gesangsabteilung und eine Theatergruppe beabsichtigten, dem Verein sofort beizutreten. Deshalb wurde auch der Name Spiel- und Sportvereinigung gewählt.
Sportkreisvorsitzender Göser betonte in der Versammlung, dass es nicht leicht sei, einen Verein ins Leben zurufen.
Bei der anschließenden Wahl wurde Harry Christmann-York zum 1. Vorsitzenden gewählt, 2. Vorsitzender wurde Herr Lenz, Abteilungsleiter Fußball Herr Johannsen, Jugendleiter Herr Kosmalla, Kassier Herr Pastula, Schriftführer Herr Hüttel, Beisitzer die Herren Pitzer, Kunz, A.Fischer, Jäkel und Wilpert.
Der neugegründete Verein begann mit viel Optimismus; schon am 14.Oktober 1951 sollte ein internes Sportfest auf dem neu hergerichteten Sportplatz veranstaltet werden.
Seine erste Jahreshauptversammlung hielt der SSV Schwäbisch Hall – Heimbach e.V. am 25. April 1953 im Gasthaus „Zum Engel“ in Heimbach ab.
Der 1. Vorsitzende Christmann-York umriß Aufgaben, Ziele und Zwecke des Vereins, er stellte den Begriff Spiel- und Sportvereinigung klar heraus und betonte, dass der Verein auf breiter Basis aufgebaut wurde und dass nicht nur die Abteilung Fußball, sondern auch andere Sport- und Spielarten betrieben werden, was ganz besonders der Gesundheit des Körpers dienlich wäre. Bei der Gründung habe man auch deshalb diesen Namen gewählt. Der SSV dürfte auch nie einen Vorortverein darstellen, sondern müßte immer das Ziel der Zusammenarbeit und des Gemeinschaftslebens im Auge haben. Der junge Mensch, welcher im Verein seinen Sport treibt, müsse sowohl auf seine körperliche Fähigkeiten, wie auch auf seinen Charakter beeinflußt werden, um ein guter Sportler und Kamerad zu sein. Allerdings müsse er auch voraussetzen, dass Funktionäre, welche mit diesen Aufgaben betreut wären und wurden, selbst erzogen sein müssen, damit die Jugendlichen und Aktiven stets ein gutes Beispiel zur Nachahmung vor sich haben und somit die Erziehung erleichtert wird. Er rügte die Kameradschaft und Einsatzfreudigkeit der 1.Mannschaft, welche keine Lorbeeren verdient hätten, doch die aufgestellten Pokale sprächen auch ihre Sprache. Er ermahnte deshalb alle Sportkameraden mehr wie bisher an Willen zu besitzen, Turnen, Leichtathletik und andere Sportarten zu betreiben, welche auch für das tägliche Fußballspiel dienlich wäre.
Das Kreiskindertreffen am Sonntag, 22. Juni 1952, wäre doch ein guter Beweis dafür, dass man auch in anderen Sportarten Erfolge erzielen könne. Als Übungsleiter für die Abteilung Turnen, Leichtathletik gab Sportkamerad Johannsen einen Überblick, seine Worte richteten sich vor allem an die aktiven Sportkameraden und besonders an die Jugend, denn eine freiwillige Pflicht stelle auch die Schulung des Körpers dar, die Fußballmannschaften müssen noch mehr Idealismus und Einsatzfreudigkeit zum Sport zeigen, dafür seien am besten die eingeführten Turn- und Gymnastikstunden, welche an jedem Dienstag abgehalten werden, geeignet. Als Ziel für das kommende Jahr nannte er, eine rege Beteiligung bei allen Veranstaltungen und den weiteren Ausbau der Damen-Abteilung, welche unter der vorbildlichen Leitung von Frau Podgrabinski und Frau Neumann geführt würden.
Dieses Ziel könne aber nur erreicht werden, wenn eine gute Zusammenarbeit im Verein vorhanden ist. Der Bericht von Jugendleiter Wilpert stand unter dem Motto „Der gute Geist, Kameradschaft und Haltung, Gemeinschaft unter der Jugend“, hierzu führte er aus, dass innerhalb der Jugend ein notwendiger Geist und Schliff vorhanden sein müsse, um sie lenken und leiten zu können. Denn damit stehe und falle auch der Verein.
Die teilweise noch herrschende Unkameradschaft in Form von gegenseitigen Beschuldigungen und Beleidigungen rühre aber auch davon her, dass die Zügel etwas am Anfang locker gelassen wurden, aber die Kameradschaft und Haltung müsse stärker sein, diese Hindernisse zu überwinden. Mit mehr Lust und Liebe müsse der Sport und die Spiele noch betrieben werden, denn hier gebe es nur ein Für- und Miteinander.
Jugendleiter Wilpert, welcher sich bereit erklärte, das Referat über die Sitzungen des Vereins zu übernehmen, gab als Einleitung kurze Erläuterungen und Hinweise zu den zum Beschluß vorgelegten Satzungen.
Die Hauptversammlung war einstimmig dafür, dass der Verein in das Vereinsregister eingetragen werden soll. Die Satzung wurde von der Hauptversammlung einstimmig angenommen. Auch wurde einstimmig beschlossen, dass die bisherigen Beiträge in Höhe
von 0, 50 DM und für die Jugend die 0, 25 DM beibehalten werden sollen.
Die anschließenden Wahlen leitete Bezirksjugendleiter Strempfer.
Gewählt wurden:
1. Vorsitzender Christmann-York,
2. Vorsitzender Schwärzel,
Schriftführer und Kassier Baur,
Jugendleiter Wilpert,
Abteilungsleiter Fußball Prill,
Abteilungsleiter Turnen und Leichtathlletik Johannsen,
Kulturwart Pastula,
Platz- und Gerätewart Rapp,
Damenabteilung Frau Podgrabinski,
Beisitzer wurden: Mattern, Pitzer, Kunz und Strohmeier.
Als Kassenprüfer wurden Kunz und Pastula gewählt.
Protokoll vom 26.04.1953




